Funktioniert Fernsehen für alle gleich?
Bei der Entwicklung von Menta war die Frage, mit der wir begonnen haben, einfach: Wie sollte das Fernseherlebnis für Menschen mit Demenz aussehen? Denn Standardübertragungen, mit ihren schnellen Schnitten, plötzlichen Geräuschwechseln und komplexen Handlungssträngen, mögen für einen gesunden Zuschauer gewöhnlich erscheinen, aber für jemanden mit kognitiver Sensibilität kann es ermüdend oder verwirrend werden.
Dieses Problem ist nicht neu. Allerdings haben wir kürzlich, nachdem die globale Trendplattform TrendWatching uns unter ihrer Kategorie „Ambient Wellness“ analysiert hat, gesehen, dass das Thema aus einer breiteren Perspektive angegangen wird. Eine auffällige Beobachtung in dem Artikel besagt: „Fernsehen ist für Menschen mit Demenz nicht einfach. Schnelle Szenenwechsel, störende Geräuscheffekte und unvorhersehbare Erzählungen können Verwirrung stiften. Dies ist eine Herausforderung, die von Rundfunkanstalten und Streaming-Giganten weitgehend übersehen wurde.“
Fernsehen als Designproblem
Unser Ausgangspunkt war dieser: Wenn die kognitiven Bedürfnisse des Publikums unterschiedlich sind, dann sollte auch die Sprache der Übertragung anders sein. Aus diesem Grund folgt der Inhalt auf Menta einem einfacheren Fluss. Anstelle von abrupten Übergängen, lauten Überraschungen oder komplexem Geschichtenerzählen wird ein ausgewogeneres Tempo beibehalten. Unsere Inhaltsbibliothek, die jetzt über 2.000 Minuten umfasst, wurde in Zusammenarbeit mit Neurologen, Psychologen und Fachleuten für Demenzpflege entwickelt und ist in fünf Sprachen verfügbar.
In seiner Analyse betont TrendWatching, dass Menta „nicht mit Netflix oder YouTube konkurriert.“ Und das ist wahr. Wir haben die Plattform nicht als Unterhaltungsdienst entworfen, sondern als strukturiertes Hilfsmittel für die Pflege. Die zentrale Frage wird: Inwieweit sind digitale Produkte wirklich auf spezifische Bedarfsgruppen zugeschnitten?
Über lange Zeit wurde Fernsehen für den „durchschnittlichen Zuschauer“ gestaltet. Doch die alternde Bevölkerung und die steigenden Demenzfälle zeigen die Existenz einer großen Gruppe, die außerhalb dieses Durchschnitts fällt. Im Artikel von TrendWatching wird dies wie folgt beschrieben: „Während die Gesundheitssysteme unter der alternden Bevölkerung leiden, verlagern sich die Pflegeverantwortlichkeiten nach Hause. Fernseher, Tablets, Beleuchtung und Klang verwandeln sich leise in Hilfsmittel für die Pflege.“
Teil eines breiteren Wandels
Was interessant ist, ist, dass dieser Ansatz nicht einzigartig für Demenz ist. TrendWatching positioniert Menta als Teil einer kulturellen Bewegung, die sich von Hyperstimulation entfernt. Es gibt einen wachsenden Wandel weg vom endlosen Scrollen, Autoplay und konstanten Inhaltsströmen hin zu Produkten, die um Ruhe herum aufgebaut sind. Der Satz „Es gibt einen wachsenden Markt für Produkte, die beruhigen, anstatt Erfahrungen zu intensivieren“ könnte auf einen breiteren Moment hinweisen, in dem die digitalen Konsumgewohnheiten überdacht werden.
Fernsehen ist nicht nur ein Unterhaltungsgerät, sondern auch ein Werkzeug zur Gestaltung von Atmosphäre. Wenn diese Atmosphäre für die Person im Raum zu schnell, zu komplex oder zu laut ist, erfüllt das Erlebnis nicht seinen Zweck. Mit Unterstützung der Türkischen Alzheimer-Vereinigung und unter der Anleitung unseres klinischen Beirats haben wir die Entwicklung unserer Plattform weniger als konventionellen Produktprozess und mehr als interdisziplinäre Forschungsanstrengung angegangen.
Unsere Expertenbibliothek für Pflegekräfte bietet mehr als nur Inhalte. Sie bietet praktische Anleitungen zu Verhaltensänderungen, Schlafstörungen und täglichen Pflegeherausforderungen. Denn bei der Gestaltung von Menta haben wir die Bedürfnisse des täglichen Lebens sowohl von Menschen mit Demenz als auch von ihren Pflegekräften in den Mittelpunkt gestellt.
Letztendlich ist uns nicht so sehr die Sichtbarkeit eines Produkts wichtig, sondern der Beginn eines Gesprächs über einen neuen Ansatz. Die Einschränkungen des „One-Size-Fits-All“-Denkens verdienen eine größere Diskussion, und die Bedürfnisse bestimmter Gruppen sollten nicht als Nischenmärkte, sondern als grundlegende Designüberlegungen betrachtet werden. Das Interesse von TrendWatching an diesem Thema ist wertvoll, da es die Erweiterung dieses Gesprächs signalisiert. Als Menta-Team möchten wir dem TrendWatching-Team und Liesbeth den Toom für ihre Erkenntnisse danken.
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